Ein Jahr im Schnelldurchlauf: Romane, Lyrik, Sachbücher: Das bleibt.

Kathrin Bach: Lebensversicherung

Ein Leben in Versicherungen. Episodisch, sprunghaft, doch voller Tiefe (zur Rezension).

Verlag Voland & Quist, 240 Seiten, 24 €

Esther Becker: Notfallkontakte

Beklemmende, zuweilen ins Surreale abdriftende Erzählungen, die aus dem toten Winkel das Schwellenhafte in den Fokus nehmen: Beziehungen, Erwachsenwerden, der Alltag, und wie er uns mitunter abhanden kommt.

Verbrecher Verlag, 112 Seiten, 20 €

Nina Bußmann: Drei Wochen im August

Auf der Suche nach Erholung gerät ein Sommerurlaub in Frankreich zum Kammerspiel, bei dem nichts ist wie es scheint.

Suhrkamp Verlag, 317 Seiten, 25 €

Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen

Im Dickicht der Erzählungen, ein Roman wie das Pfeifen im Wald, während um uns herum das Chaos tobt (zur Rezension).

Hanser Verlag, 160 Seiten, 23 €

Lisa Kränzler: Individualverkehr

Was ein Führerscheinverlust so alles bewirken kann: Wilde Assoziationsprosa auf der Überholspur.

Verbrecher Verlag, 200 Seiten, 22 €

Christian Kracht: Air

Pferde, Könige, Ritterburgen: Eine Fantasygeschichte, die in ihrer Einfachheit neue Rätsel aufgibt.

Verlag Kiepenheuer & Witsch, 224 Seiten, 25 €

Gaspar Koenig: Humus

Ohne Regenwürmer kein Leben! Wunderbare Gesellschaftssatire über ein ungleiches Freundespaar, dessen Ambitionen mit der Realität kollidieren.

Verlag Matthes & Seitz Berlin, 378 Seiten, 26 €

Karl Kraus: Die letzten Tage der Menschheit

Das Jahrhundertwerk in neuer Aufmachung, treibt trotz des Mammut-Umfangs atemlos durch die Seiten.

Jung und Jung, 816 Seiten, 48 €

Upton Sinclair: Am Fließband

Die Geschichte von Henry Ford und dem einfachen Angestellten Abner Shut, parallel erzählt, sich mehrmals überkreuzend, ein hellsichtiges Lehrstück über Kapitalismus, Politik und Wahn.

MÄRZ Verlag, 292 Seiten, 24 €

Peter O. Chotjwitz: Das Wespennest

Eine Fundgrube voller aberwitziger Geschichten über ein aberwitziges Jahrhundert (inkl. spekulativem Anteil). Einfach aufschlagen und loslesen!

Verbrecher Verlag, 366 Seiten, 34 €

Angela Carter: Die blutige Kammer

Hier geht es wild zu: In diesen Märchen wird nicht nur die Grenzen zwischen Mensch und Tier verwischt, alles lebt, atmet, pulsiert, und dem ein oder anderen geht es dabei ordentlich an den Kragen. Virtuose Übertragung ins Deutsche von Maren Kames!

Suhrkamp Verlag, 237 Seiten, 25 €

Thomas Pynchon: Shadow Ticket

Die Käsemafia schlägt zu! Von Milwaukee bis nach Budapest folgen wir im Jahr 1932 den Spuren des Privatdetektivs Hicks McTaggart. Nebenbei braut sich in Europa etwas zusammen.

Penguin Press, 304 Seiten, ca. 30 €

Sylvia Plath: Ariel

„Love set you going like a fat gold watch.“ In ihrer Direktheit haben Sylvia Plaths Gedichte nichts eingebüßt, jetzt wurden sie in einer schönen Ausgabe getreu dem Original-Layout neu aufgelegt.

Faber & Faber, 90 Seiten, ca 16 €

Oleg Jurjew: Verse vom himmlischen Drucksatz

Ein großzügig ausgewählter Sammelband des zu früh verstorbenen, einzigartigen und geheimnisvollen Oleg Jurjew, übersetzt von zahlreichen Kolleg*innen. Wichtig!

Elif Verlag, 384 Seiten, 30 €

Sonja vom Brocke: Blauer Ton

Gedichte, im Morgengrauen notiert, die auf den Meersboden oder in Steinzeithöhlen führen und voller überraschender Bilder stecken.

Kookbooks, 96 Seiten, 24 €

Georg Leß: Schlachtgewicht 2

Die im Inhaltsverzeichnis rhythmisch mit „ihm wurde“ / „ihr wurde“ betitelten Texte lesen sich wie ein Langgedicht: Körper, Verwandlungen, Tier, Mensch, Anatomie: Willkommen zurück im Besteckkasten von Georg Leß!

Parasitenpresse, 32 Seiten, 9 €

Ana Tcheishvili: Der Tote ist nicht von uns

Die Tristesse eines zerfließenden Sommertags, die Öde in den Hochhäusern, die Ermüdung ihrer Bewohner: In diesen Gedichten werden diese Empfindungen mit wenigen Worten komprimiert und konserviert.

Verlagshaus Berlin, 48 Seiten, 9,90 €

Heike Geißler: Arbeiten

Was ist der Wert der Arbeit, wenn alles Arbeit ist? Ein kritischer und Blick auf Facetten eines uns alle bestimmenden Phänomens.

Hanser Berlin, 128 Seiten, 20 €

Stefan Dietl: Antisemitismus und die AfD

Ein wichtiges Buch, das einige Diskurse noch einmal auf den Punkt bringt, mit dem Image der „Professoren-Partei“ aufräumt und klug nachweist, das der Antisemitismus Schmiermittel und Bindeglied auf allen Ebenen ist und sich keineswegs nur auf einen vermeintlich kleinen, radikalen Teil der AfD beschränkt.

Verbrecher Verlag, 136 Seiten, 16 €

Maria Kanitz, Lukas Geck: Lauter Hass. Antisemitismus als popkulturelles Ereignis

Mit zahlreichen Beispielen belegter, guter, aktueller Überblick über Strömungen in der Popkultur, für die Antisemitismus nicht nur kein Tabu, sondern Erkennungszeichen für eingeschworene Fans und anknüpfungsfähiges Signal für viele darüber hinaus wird.

Verbrecher Verlag, 160 Seiten, 20 €